Im westafrikanischen Nigeria wurden gestern bis zu 284 Schulkinder entführt. Berichten zufolge überfielen Bewaffnete am Morgen eine Grundschule in Kuriga. Wer dahintersteckt, ist noch nicht bekannt. Die örtliche Bürgerwehr konnte den Angriff nicht abwehren.
Aktuell gelten in Nigeria mindestens 25.000 Menschen als vermisst. Die meisten von ihnen sind Kinder und Frauen. Verantwortlich dafür ist vor allem die islamistische Miliz Boko Haram, die aus ihrer Sicht "westliche Bildung" bekämpfen will. Aber auch kriminelle Organisationen, die Menschenhandel betreiben oder Lösegeld erpressen, sind in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas besonders aktiv.
Während Amnesty International den Staat auffordert, die Entführten zu retten, kündigte die Regierung vor wenigen Tagen an, erstmals eine zentrale Datenbank zu erstellen. Die lokalen Bürgerwehren, die vor allem aus freiwilligen Jugendlichen bestehen, sind zu schlecht ausgerüstet, um den Terror effektiv zu verhindern.
