Laut einem Bericht von Ärzte ohne Grenzen (MSF) haben Mitarbeiter in Geflüchtetencamps im Tschad Frauen und Mädchen sexuell missbraucht. Der Bericht folgte anderthalb Jahre nach Aussagen von Betroffenen (externer Link) gegenüber AP News.
Mindestens 59 Fälle dokumentierte die Hilfsorganisation, wobei von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen wird. Bei den Betroffenen handelt es sich vor allem um sudanesische Geflüchtete, die in Lagern nahe der Grenze Hilfe gesucht hatten.
In einem der Fälle wurden sieben Mädchen von MSF-Fahrzeugen abgeholt, um sie zu Wasserstellen zu fahren. Tatsächlich wurden sie getrennt und „zum Sex angeboten“. Andere Betroffene wurden für Geld oder Arbeit zu sexuellen Handlungen genötigt. Auch MSF-Mitarbeiterinnen sollen von Vorgesetzten missbraucht worden sein. In Folge des Berichts wurden 18 Angestellte entlassen.
Die Gewalt im Sudan hält weiterhin unvermittelt an. Seit Anfang Mai verstärken sich zudem Drohnenangriffe nahe der Grenze zum Tschad.
