In Griechenland verurteilte ein Gericht die Jugendlichen Nourdeen und Mohamad zu 10 Jahren Haft, da sie das Boot steuerten, mit dem sie nach Europa flüchteten. Sie waren wegen „Beihilfe zu unerlaubter Einreise von 55 Menschen“ angeklagt.
Die beiden 20-jährigen Kriegsflüchtlinge befanden sich seit Februar in Untersuchungshaft in einem Jugendgefängnis in Athen. Dort sind aktuell etwa 50 sudanesische Jugendliche inhaftiert, denen ähnliche Prozesse drohen.
Mit dem Vorwand der „Schleuserbekämpfung“ verklagt und inhaftiert der griechische Staat massenweise Geflüchtete. Über 2.000 Menschen sitzen aufgrund solcher Konstruktionen im Gefängnis. Sie stellen die zweitgrößte Gruppe aller Inhaftierten dar.
Die Gerichtsverfahren dauern im Schnitt 30 Minuten und enden mit einer Haftstrafe von durchschnittlich 46 Jahren. Jeden Monat werden fernab jeder Öffentlichkeit auf Kreta Dutzende Urteile gefällt. Allein am 1. September waren es mindestens 23 Fälle gegen 50 Angeklagte.
