Der ehemalige Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND, August Hanning, ist am Dienstag wegen Spionageermittlungen festgenommen worden. Mittlerweile befindet er sich in Untersuchungshaft.
Hanning und seinem ehemaligen Büroleiter werden unter anderem „versuchter Landesverrat“ vorgeworfen. Die beiden sollen interne Informationen und Dokumente angesammelt und teilweise an ausländische Agenten weitergegeben haben, darunter solche aus Aserbaidschan (externer Link).
Teilweise sollen die Informationen auch für seine Firma HanningConsult genutzt worden sein. Hanning ist zudem Russlandchef der britischen Beratungsfirma G3, Mitglied der Geschäftsleitung der Sicherheitsfirma System 360 AG und im Vorstand des deutsch-aserbaidschanischen Forums.
Im August hatte sich Hanning noch öffentlich für die von der Bundesregierung geplante Ausweitung der Befugnisse der Geheimdienste ausgesprochen (externer Link) und der Merz-Regierung zu einer „Zeitenwende“ beim BND gratuliert. Man müsse „wegkommen von dem Misstrauen gegenüber Nachrichtendiensten“.

