Zwei Wochen nach dem tödlichen Polizeieinsatz in den Armenvierteln in Rio de Janeiro kommen weitere Informationen ans Licht. Unter den 132 Toten befinden sich laut offiziellen Angaben keine der gesuchten Personen, (externer Link) welche in der gerichtlichen Begründung für den Einsatz aufgeführt wurden. Unter den 99 inhaftierten Personen lediglich fünf.
Angeordnet wurde der Einsatz vom rechten Gouverneur Cláudio Castro, der weitere ähnliche Einsätze ankündigte (externer Link). Offizielles Ziel des Angriffs war die Gang Red Command.
Auch wenn große Razzien keine Seltenheit in Rio sind, war dieser ein neuer Höhepunkt der tödlichen Gewalt. Der Menschenrechtsaktivist Raull Santiago sagt über den Einsatz (externer Link): “Wir haben hingerichtete Menschen gesehen. […] Dieses Level an Brutalität, […] es gibt keinen anderen Weg, es zu beschreiben, als ein Massaker."
Junge Menschen haben in den Favelas aufgrund der extremen Armut oft keine Perspektive außerhalb der bewaffneten Gruppen.
