Am 17. Oktober 1961 ermordeten französische Polizisten schätzungsweise 120 bis 384 Menschen in Paris. Es waren vor allem Algerier:innen, die an diesem Tag friedlich demonstrierten. Viele von ihnen wurden in der Seine ertränkt.
Anfang Oktober war eine Ausgangssperre verhängt worden, die sich ausschließlich gegen Algerier:innen richtete. Der Front de libération national (FLN), der sich für die Befreiung Algeriens von französischer Kolonialherrschaft einsetzte, rief für den 17. Oktober zu friedlichen Demonstrationen auf. Etwa 30.000 Menschen kamen dem Aufruf nach.
Der damalige Polizeichef war Maurice Papon, der im Zweiten Weltkrieg die Deportation von Juden organisierte. Er gab den Befehl, brutal gegen die Demonstrierenden vorzugehen. Sie wurden verfolgt, erschlagen und erschossen.
Etwa 12.000 Personen wurden grundlos inhaftiert, tagelang festgehalten und misshandelt. In der französischen Öffentlichkeit wurde der Massenmord lange Zeit ignoriert und unter rassistischen Vorwänden verharmlost.
Auch heute wird der französischen Polizei weiterhin Brutalität vorgeworfen. Jüngst im Zusammenhang mit ihrem Vorgehen gegen Schüler:innen.
