Nach sieben Jahren nach Anklage wurden 24 Seenotretter:innen auf der griechischen Insel Lesbos freigesprochen. Unter ihnen die syrische Schwimmerin Sara Mardini. Die Vorwürfe umfassten neben Schlepperei auch Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, Beihilfe zur illegalen Einreise sowie Geldwäsche. Die Hilfsorganisation ECRI wurde als kriminelle Organisation bezeichnet und musste ihre Arbeit einstellen.
Im Falle einer Verurteilung hätten den Angeklagten bis zu 20 Jahre Haft gedroht. Das Gericht entschied jedoch, dass ihr Handeln humanitär motiviert gewesen sei. Außerdem konnten keine Beweise für eine kriminelle Struktur gefunden werden. Unter anderem wurde die Nutzung von WhatsApp zur Koordination von Rettungseinsätzen als Beweis angeführt.
Menschenrechtsorganisationen begrüßten das Urteil, kritisierten jedoch die zunehmende Kriminalisierung von humanitärer Seenotrettung. In den letzten Monaten häuften sich zudem Schüsse auf die Rettungsschiffe.
