Die NGOs Privacy International und Big Brother Watch berichten, dass die britische Polizei umfangreiche staatliche Datenbanken per Gesichtserkennung durchsucht. Allerdings ohne Rechtsgrundlage.
Die abgeglichenen Bilder stammten nicht nur aus polizeilichen Sammlungen, sondern auch aus Pass- und Immigrationsdatenbanken. Darin sind die Daten von um die 150 Millionen Menschen gespeichert.
Die Nutzung von Gesichtserkennung sei zudem stark angestiegen. Bis Oktober 2024 wurden 377 Suchen in der Passdatenbank durchgeführt. In der Immigrationsdatenbank waren es 102 im ganzen Jahr.
Ein zentrales Interesse der Polizei ist es, Menschen zu identifizieren, die zuvor noch nicht polizeilich erfasst waren.
Die Maßnahmen wurden vom Innenministerium verabschiedet, weder Parlament noch Öffentlichkeit seien darüber informiert worden. Im britischen Diskurs wird von einem Missbrauch personenbezogener Daten gesprochen. Es sei ein „nationaler Skandal“.
