Nachdem das zivile Rettungsschiff Sea-Watch 5 am Freitagmorgen mit 166 geretteten Menschen im Hafen von Brindisi in Italien angelegt hatte, drangen Polizei und italienische Küstenwache aufs Schiff vor und beschlagnahmten Dokumente sowie Equipment. Für mehrere Stunden wurden zwei Crewmitglieder festgehalten. Jetzt soll gegen den Kapitän wegen "Beihilfe zur unerlaubten Einreise" ermittelt (externer Link) werden.
Die Ermittlungen reihen sich in die Angriffe der italienischen Justiz gegen zivile Seenotrettung ein: Seit 2019 gab es mehr als 20 Verfahren wegen ähnlicher Vorwürfe gegen Sea-Watch oder Iuventa.
Erst am Montag war die Sea-Watch 5 von einem bewaffneten Boot der lybischen "Küstenwache" beschossen und bedroht worden, entführt zu werden. Seit 2016 zählen Rettungsorganisationen mehr als 75 solcher Angriffe der Miliz, die von der EU mitfinanziert werden.
