In der Nacht vom 9. November 1938 begann eines der größten Pogrome gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland. Die Ermordung eines NS-Diplomaten durch einen polnischen Juden nutzte die NSDAP-Führung als willkommenen Anlass, um ihre Basis zu mobilisieren.
Nachdem es bereits am 8. November zu ersten Ausschreitungen gekommen war, erließ Goebbels in der Nacht zum 10. November die Anweisung, dass Synagogen, Geschäfte und Wohnhäuser jüdischer Menschen zerstört, niedergebrannt und geplündert werden sollten. Vorangetrieben wurde die Zerstörung von SA und SS, jedoch mit breiter Unterstützung der Zivilbevölkerung.
Während des Pogroms wurden etwa 1.500 Menschen ermordet und anschließend knapp 30.000 Jüdinnen und Juden in Konzentrationslager deportiert. Der 9. November markiert den Anfang der systemischen Vernichtung von jüdischem Leben in Deutschland und somit den Beginn des Holocaust.
Der KZ-Überlebende Primo Levi schrieb später: "Es ist geschehen – folglich kann es wieder geschehen"

