"Menschenzoo” in Belgien
Am 17. April 1958 wurde die Weltausstellung (externer Link) in Brüssel eröffnet. Dazu gehörte das sogenannte „village indigène”. Dort wurden Kongoles:innen zur Unterhaltung zur Schau gestellt. Es war der letzte sogenannte „Menschenzoo”. (externer Link)
In dem eigens dafür errichteten Dorf wurden Kongoles:innen in „traditionellen” Kleidern, bei, nach Vorstellung der Europäer:innen, „typischen Aktivitäten”, gezeigt.
Ein Journalist schrieb, dass die Besucher:innen Geld und Bananen warfen, wenn sie nicht auf ihre Rufe reagierten. Nachdem Besucher:innen mitunter versuchten, die Kongoles:innen zu „füttern”, protestierten diese schließlich gegen die Umstände und reisten verfrüht ab.
Die Expo 58 war die erste Weltausstellung nach dem 2. Weltkrieg. Für Belgien war es ein Prestigeprojekt und diente dazu, die Macht über ihre Kolonien und die „zivilisatorische Überlegenheit“ zu demonstrieren. 1960 erlangte Kongo die Unabhängigkeit. Noch heute sind die Folgen der Kolonialherrschaft gravierend.
