Der 14. Juli 1884 markierte einen Wendepunkt für Kamerun: Mit Unterstützung der deutschen Kriegsmarine schloss der Kaufmann Gustav Nachtigal Scheinverträge mit lokalen Herrschern, die weder die Sprache noch die rechtlichen Folgen kannten. In den folgenden Jahrzehnten errichtete das Deutsche Kaiserreich eine gewaltsame Besatzungsstruktur: Plantagenwirtschaft, Zwangsarbeit, Prügelstrafen und Militärgewalt prägten den Alltag. Widerstand, etwa unter Rudolf Duala Manga Bell, wurde mit Hinrichtung beantwortet.
Deutsche Unternehmen wie die Woermann-Linie und Handelsfirmen profitierten von Kolonialverträgen, die unter Drohung oder Täuschung zustande kamen. Die indigene Bevölkerung wurde entrechtet, ihre sozialen Strukturen systematisch zerstört. Der vermeintliche „Schutz“ diente allein kolonialem Machtinteresse.
In Folge des Ersten Weltkriegs wurde die Kolonialherrschaft von Frankreich und England als geteiltes Mandatsgebiet fortgeführt.
