Am 03. Juni 2019 brachen Militärs die Blockade einer Kaserne in der sudanesischen Hauptstadt Karthum. Bis zum nächsten Tag wurden nach offiziellen Angaben 118 Menschen getötet. Lokalen Berichten zufolge wurden über 800 Leichen gezählt.
Nach fast 24 Jahren war der Diktator al-Bashir abgesetzt (externer Link) worden. Ausschlaggebend waren, neben der Missgunst seiner früheren Schirmherren in Saudi Arabien, revolutionäre (externer Link) Massenproteste gegen neoliberale (externer Link) Reformen. Im Kern standen basisdemokratisch organisierte Sit-Ins und Nachbarschaftskomitees, die nach Aufständen 2013 gewachsen waren.
Nach der Absetzung forderten die Proteste eine Entmachtung des Militärs sowie konsequente Trennung zur Politik. Währenddessen übte die militärische Übergangsregierung bereits tödliche Repression gegen Organisator:innen der Revolution aus. Das von der Armee (SAF) und der Miliz (RSF) gemeinsam durchgeführte Massaker steht symbolisch für den andauernden Krieg, der sich vor allem gegen die Bevölkerung im Sudan richtet (externer Link).
