Die Zahl der Wehrdienstverweigerer ist im vergangenen Jahr mit 3.900 deutlich angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 haben rund 72 Prozent mehr Menschen einen Antrag auf Wehrdienstverweigerung gestellt.
Dies steht vermutlich im Zusammenhang mit der seit Anfang des Jahres in Kraft getretenen Reform des Wehrdienstgesetzes. Nach diesem müssen 18-jährige Männer einen Fragebogen zur Wehrdiensterfassung mit anschließender möglicher Musterung verpflichtend ausfüllen. Für Frauen ist dies vorerst freiwillig. Sollte die Truppenstärke bis 2035 nicht auf 270.000 Soldaten ansteigen, kann der Bundestag Zwangsrekrutierung beschließen.
Im Zuge der Debatte um die ersten Schritte hin zu einer Wiedereinführung der Wehrpflicht formierte sich ein immer breiterer Protest. So gingen am 5. Dezember 2025 über 55.000 Menschen, überwiegend Schüler:innen, im Zuge eines Schulstreiks gegen die Wehrpflicht auf die Straße. Für den 5. März 2026 ist ein weiterer Schulstreik angekündigt.
