Die Polizei hat gestern den kurdischen Verein in Hannover während einer Gedenkveranstaltung für Gefallene in Kurdistan gestürmt (externer Link) und abgebrochen. Zuvor war die Veranstaltung von der Stadt wegen eines "möglichen Bezugs zur kurdischen Arbeiterpartei PKK" verboten worden. Zeitweise waren bis zu 200 Personen in den Räumlichkeiten eingeschlossen. Laut der Polizei wurden 96 Personalien aufgenommen.
Im Zuge des Friedensprozesses zwischen der PKK und der Türkei werden derzeit die Identitäten hunderter Gefallener veröffentlicht. In der Türkei gab es in den letzten Wochen große Gedenkveranstaltungen mit teilweise mehreren Tausend Teilnehmenden. Außer einzelnen polizeilichen Eingriffen konnten diese ohne Verbot stattfinden.
Der kurdische Dachverband Kon-Med forderte in einer Stellungnahme daher: „Die Kriminalisierung von Kurd:innen in Deutschland muss ein Ende finden. Das Recht, zu trauern und an Verstorbene zu erinnern, darf der kurdischen Community nicht abgesprochen werden.“

