Die „Anti-Illegal-Immigration-Behörde“ hat vergangene Woche etwa 700 Menschen aus dem Osten Libyens in die Wüste deportiert. Die Behörde begründet dies mit "Sicherheits- und Gesundheitsbedenken". Die selbstorganisierte Gruppe „Refugees in Libya (externer Link)“ verurteilte die Abschiebung und kritisierte, dass keine Informationen zum Verbleib der Menschen vorliegen.
Betroffen von der Abschiebung sind vor allem Geflüchtete aus dem Sudan. Seit Kriegsausbruch sind 12 Millionen Menschen aus dem Sudan geflüchtet, davon nach UN-Angaben 311.000 nach Libyen geflohen. Obwohl der Konflikt im Sudan von internationalen Waffen- und Geldgebern befeuert wird, haben Sudanes:innen kaum Fluchtmöglichkeiten.
Die Abwehr von Geflüchteten aus Sahel und Subsahara durch Libyen wird von der EU mitfinanziert. Auch nach dem Bekanntwerden von Folterlagern wurde die Zusammenarbeit von EU-Seite nicht eingestellt. Zuletzt hatte die italienische Regierung einen international gesuchten Milizenführer wieder freigelassen.
