Am Freitag sollte die 54-jährige Marla-Svenja Liebich eine 18 monatige Haftstrafe im Frauengefängnis Chemnitz antreten, erschien aber nicht. In einer Audionachricht abgespielt, teilte Liebich mit, sich "unpässlich" zu fühlen und sich "in ein Drittland abgesetzt zu haben." Die Polizei fahndet deutschlandweit. Die Staatsanwaltschaft hatte schon im Vorfeld daran Zweifel, ob Liebich die Haft antritt.
Vormals Sven Liebig war im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, Nachrede und Beleidigung verurteilt worden. Er ist schon länger als wichtige Person im deutschen Rechstextremismus bekannt. Schon in den 90er-Jahren war Liebich im rechtsextremen Netzwerk Blood and Honour aktiv, später als Gründer eines rechten Versandhandels und als Organisator von rechten Demos.
Ende 2024 änderte Liebich offiziell das Geschlecht, was eine erneute Debatte über das neue Selbstbestimmungsgesetz hervorrief. Es wird vermutet, dass Liebich das Gesetz im Sinne einer rechten Provokation missbrauchen will.

