Die Mitbegründerin der Mütter vom Plaza de Mayo, Nora Cortiñas, ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 94 Jahren gestorben.
Die studierte Sozialpsychologin war Professorin an der Universität Buenos Aires. Jeden Donnerstag forderte sie mit den Müttern vom Plaza de Mayo die Aufklärung der 30.000 Morde und Entführungen, die von der Militärdiktatur in Argentinien zwischen 1976 und 1983 verübt wurden.
Nora Cortiñas Sohn Carlos Gustavos war unter ihnen, so wurde er am 15. April 1977 in Castelar verhaftet und verschwand während er im argentinischen Wirtschaftsministerium arbeitete.
Nora Cortiñas engagierte sich auch international für unterdrückte Völker. So besuchte sie zum Beispiel mehrmals Kurdistan, wie zuletzt 2019, wo sie Leyla Güven im Hungerstreik gegen die Isolation von Abdullah Öcalan unterstützte.
Darüber hinaus setzte sie sich für das Recht auf legale Abtreibung ein und sprach auf dem Ni Una Menos Marsch in Buenos Aires 2018. Bis zu ihrem Lebensende blieb sie Aktivistin.

