Trotz einer amtlichen Sperre hat ein Zollbeamter die Adresse eines kritischen Journalisten an einen gewaltbereiten Neonazi weitergegeben, wie Recherchen des BR ergeben haben. Der Neonazi hatte nach Recherchen des Journalisten zu rechtsextremen Aktivitäten in Baden-Württemberg eine Hausdurchsuchung bekommen.
Kurz darauf soll der Neonazi sich in einer Hooligan-Gruppe an einen ihm bekannten Zollbeamten gewendet haben. Dieser hatte bereits seit 2020 in der Gruppe angeboten, Adressen herausfinden zu können. So soll der Neonazi an die Daten des Journalisten, sowie eines Mitglieds einer verfeindeten Hooligan-Gruppe gekommen sein. Besonders brisant ist an diesem Fall auch, dass der Journalist, der oft im Bereich Rechtsextremismus berichtet, zuvor schon eine amtliche Sperre erwirkt hatte, dass seine Daten aus Sicherheitsgründen nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen.
Der Beamte ist nach einer Geldstrafe weiter im Dienst.

