Mitte April haben sich Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius mit dem Andes-Virus infiziert, wobei drei Europäer:innen starben. Derzeit stehen offiziellen Angaben zufolge alle elf Verdachtsfälle unter Beobachtung.
Der Andes-Virus ist eine von über 40 bekannten Arten des Hanta-Virus. Jährlich gibt es mehrere zehntausend Hanta-Infektionen, meist im asiatischen Raum. Die Todesrate liegt dort bei 15 %, in Europa unter 1 %. Das 1995 in Argentinien katalogisierte Andes-Virus, das jetzt auf der Hondius aufgetreten ist, verläuft in 30 bis 40 % der Fälle tödlich.
In den Amerikas wurden 2025 229 Hantan-Infektionen registriert (externer Link), mit 59 Todesfällen. Die Ansteckung erfolgt meist durch Exkremente und seltener durch Bisse von Nagetieren. Nur bei der Andes-Variante wurde eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung festgestellt.
Laut WHO stammen drei Viertel der neu auftretenden Infektionskrankheiten aus dem Tierreich. Durch Klimawandel und Ausbreitung des Menschen nehmen solche Übertragungen zu.
