Seit über zwei Wochen befindet sich die volle Belegschaft des thüringischen Kelvion im Erzwingungsstreik. Der Produzent von Wärmetauschern will seine Produktion von Wilchwitz nach Westdeutschland verlagern (externer Link).
Der beteiligten Gewerkschaft IG Metall zufolge ist die Standortschließung für die Belegschaft nicht nachvollziehbar, zumal das Werk profitabel sei. Streikleiter Tom Knedlhanz (IG Metall) kritisiert: „Die meinen, sie könnten die Maschinen mal eben nach Sarstedt herüberkarren und dann mit der halben Belegschaft doppelt so viel Gewinn machen.“ Tatsächlich soll im niedersächsischen Sarstedt 25% mehr Gehalt gezahlt werden.
Kelvion hat derweil mehrfach versucht, den Streik durch Leiharbeiter oder den heimlichen Abtransport von Maschinen zu umgehen.
Seit letztem Jahr gehört Kelvion dem Apollo Global Management. Neben Beteiligungen an Vonovia zur Steuerumgehung hält Apollo seit letztem Jahr ein Viertel am deutschen Stromnetz (ÜBN). Wie kürzlich bekannt wurde, hatte sich Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) kurz zuvor mit dem Apollo-Chef in New York getroffen (externer Link).
