Eine Anfrage der sächsischen Linkspartei an die Staatsregierung hat ergeben, dass die kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen in Sachsen über eine Milliarde Euro Schulden haben. Diese stammen noch immer aus der Zeit der Treuhand, die nach 1990 das Volkseigentum der DDR weitgehend privatisierte.
Die Wohnungsgesellschaften der DDR wurden 1990 an die Kommunen übertragen. Gleichzeitig wurde die DDR-Staatsbank privatisiert. Zahlungen aus der Staatskasse wurden zu Krediten umgeschrieben. Damit mussten die Kommunen nun für Kredite aufkommen, die sie nie aufgenommen hatten. 1994 wurde ein Teil der Schulden erlassen und vom Staat an die Banken ausgezahlt.
DDR-Bürgerrechtler hatten zum Ende der DDR vorgeschlagen, das Volkseigentum gleichmäßig an die Bürger:innen zu verteilen. Stattdessen verkaufte die Treuhand das Volkseigentum zu 85 % an Westdeutsche, zu 10 % an internationale Investoren und zu 5 % an Ostdeutsche.