Vor einem Jahr begann auf Kanaky ein Aufstand gegen eine Wahlrechtsreform, welche den franzözischen Siedlern zu deutlich mehr Macht verholfen hätte.
Anders als voherige Aufstände war dieser nicht zentral von der Unabhängigkeitsbewegung organisiert, sondern entstand spontan aus der Wut von Jugendlichen. Während die konkrete Wahlrechtsreform zwar Auslöser war, spielte die Enttäuschung über den gescheiterten Prozess der Unabhängigkeit und Autonomie in gewissen Bereichen eine entscheidende Rolle. Beides war im Abkommen von Nouméa mit der französischen Kolonialmacht vorgesehen, wurde 2021 aber zurückgenommen.
Im Zuge der Proteste verlor Frankreich trotz zusätzlicher Truppen und bewaffneten franzözischen Siedlern die Kontrolle über mehrere Gebiete der Insel. Zwölf Tage befand sich Kanaky im Ausnahmezustand, elf Menschen starben. Die Proteste flammten erneut auf, als im Juni 2024 mehrere Unabhängigkeitsaktivist:innen nach Frankreich entführt wurden, wo sie seit dem in U-Haft sitzen.
