Heute vor zehn Jahren wurde der 21-jährige Dilsoz Bahar (Kevin Jochim) im Dorf Şergirat im syrischen Kurdistan getötet. Mit ihm zusammen starben fünf weitere Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten Kurdistans (YPG) im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS).
Geboren wurde Kevin Jochim 1993 in Karlsruhe und wuchs dort in Familienverhältnissen geprägt von Alkoholismus, Drogenmissbrauch und häuslicher Gewalt auf. Er schrieb später, wie das zu psychischen Problemen, aber auch zu einer widerständigen Stärke und einem starken Gerechtigkeitswillen führte.
Er begann eine Ausbildung zum Erzieher und war politisch marxistisch-leninistisch aktiv. Später sah er den demokratischen Konföderalismus als seine "neue Hoffnung" an. Ab 2012 kämpfte Dilsoz Bahar knapp drei Jahre für die YPG in der "Rubar Qamişlo"-Offensive für die Befreiung der Dörfer, welche vom IS besetzt worden waren. Seine biografischen Notizen konnte er nicht mehr zu Ende schreiben.
