Soziale Kämpfe

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Gemeinsames Statement zur Festnahme von den Journalistinnen in der Türkei

Von JugendInfo, Perspektive Online und DRUCK

Wir verurteilen das Vorgehen der türkischen Behörden gegen die festgenommenen Journalistinnen von Perspektive Online, JugendInfo und DRUCK aufs Schärfste.

Die Festnahme von vier Journalistinnen in Nordkurdistan / Südost Türkei, ihr anschließender Abtransport nach Istanbul sowie der zeitweise vollständige Abbruch des Kontakts stellen einen gravierenden Eingriff in die Pressefreiheit dar. Den Betroffenen wurde seit Beginn des Gewahrsams der Zugang zu ihren Anwältinnen und Anwälten erheblich erschwert. Wie wir mittlerweile erfahren haben, wurde Folter und sexualisierte Gewalt gegen die Journalistinnen angewendet. Wir sind erleichtert, dass alle vier Journalistinnen inzwischen wieder in Deutschland angekommen sind.

Zugleich sehen wir in diesem Vorgehen einen strukturellen Versuch, Medienschaffende insbesondere in der Berichterstattung zur kurdischen Frage einzuschüchtern und einzuschränken.

Die Journalistinnen haben im Rahmen ihrer beruflichen und politischen Tätigkeit Proteste sowie die politische Lage im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien journalistisch begleitet und darüber berichtet.Die Festnahme begreifen wir als Einschüchterungsversuch im Kontext der Verfolgung oppositioneller Medien und der aktuellen Verhaftungen Oppositioneller durch die Erdoğan-Regierung. Die Türkei befindet sich auf der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 159 von 180.

Die Einschüchterung und Repression von Journalist*innen muss beendet werden. In einer demokratischen Gesellschaft muss die Presse frei handeln können und darf auch in politisch angespannten Zeiten nicht außer Kraft gesetzt werden.

JugendInfo
Perspektive Online
DRUCK

Belutschistan – eine kolonialisierte Nation

Von Dur Bibi, aus dem Englischen übersetzt von JugendInfo.

Dur Bibi ist eine politische Aktivistin aus Belutschistan, die derzeit in Deutschland lebt. Sie hat einen Master-Abschluss in Verteidigungs- und Strategiestudien von der Quaid-e-Azam-Universität in Islamabad. Als Mitglied der belutschischen Bewegung konzentriert sich ihre Arbeit auf die Dokumentation staatlicher Repressionen, Verschleppungen und politischen Widerstands in Belutschistan.

Belutschistan, ein raues, ressourcenreiches Gebiet, das über 44 % der Landmasse Pakistans ausmacht und mehrere Millionen Menschen beheimatet, wurde trotz einer klaren Unabhängigkeitserklärung gewaltsam von Pakistan besetzt. Die Geschichte Belutschistans ist geprägt von fehlender Souveränität, Widerstand, Unterdrückung und einem anhaltenden Kampf um Selbstbestimmung, der von der internationalen Gemeinschaft weitgehend übersehen wird.

Das Versprechen und der Verrat vom August 1947

Am 11. August 1947, nur drei Tage vor der Unabhängigkeit Pakistans, erklärte das Khanat Kalat – die wichtigste politische Körperschaft, die den größten Teil Belutschistans regierte – unter Mir Ahmad Yar Khan seine vollständige Unabhängigkeit. Diese Erklärung war mehr als nur symbolisch; sie war eine Souveränitätserklärung, die durch formelle Verträge mit der britischen Krone und gegenseitige Vereinbarungen mit dem entstehenden pakistanischen Staat untermauert wurde. Der Staat Kalat hatte während der britischen Kolonialherrschaft durch den Vertrag von Kalat (1876) einen halbautonomen Status bewahrt, mit eigenen Streitkräften, einer eigenen Verwaltung und einer Zweikammerlegislative, die sich aus dem Darul Umara (Adel) und dem Darul Awam (Gemeinwesen) zusammensetzte.

Der pakistanisch besetzte Teil Belutschistan in kurzer Unabhängigkeit

Die rechtliche Grundlage für die Unabhängigkeit schien solide zu sein. Britische Beamte hatten den besonderen Status von Kalat anerkannt, und das indische Unabhängigkeitsgesetz von 1947 stellte nach dem Rückzug der Briten technisch gesehen die Souveränität der Fürstenstaaten wieder her. Der Gründer Pakistans, Muhammad Ali Jinnah, der als Verfassungsberater von Kalat fungierte, hatte ursprünglich die Unabhängigkeit des Staates unterstützt und 1946 erklärt, dass Kalat weder ein pakistanischer und auch „kein indischer Staat“ sei und seine Souveränität zurückerlangen würde.

Dieser fragile Frieden wurde jedoch innerhalb weniger Monate zerschlagen. Als Pakistan seine Macht festigte, forderte es von allen regionalen Gebieten den Beitritt. Mir Ahmad Yar Khan und die Legislative von Kalat lehnten dies ab und bestanden darauf, ihren unabhängigen Status gemäß den Bedingungen des mit Pakistan unterzeichneten Stillhalteabkommens beizubehalten. Anstatt dieses Abkommen einzuhalten, marschierten pakistanische Truppen im März 1948 in wichtige Städte Belutschistans ein, darunter Quetta und Khuzdar. Unter starkem militärischen und politischen Druck, mit pakistanischen Truppen, die die Hauptstadt umzingelten, und der Androhung einer Invasion, unterzeichnete der Khan von Kalat am 27. März 1948 ein Beitrittsabkommen. Viele Belutschen betrachten diesen Akt als illegitimen „Beitritt unter Waffengewalt“.

Sofort flammte Widerstand auf. Prinz Abdul Karim, der jüngere Bruder des Khans und lautstarker Gegner des Beitritts, startete mit Unterstützung von Stammesmilizen einen Guerillakrieg gegen die pakistanischen Streitkräfte. Dies war der Beginn einer jahrzehntelangen bewaffneten Rebellion und mit der Antwort staatlicher Unterdrückung. Der Beitritt Kalats und die darauf folgenden Ereignisse werden von Historikern als klassisches Beispiel für interne Kolonialisierung bezeichnet, einen Prozess, bei dem eine Region innerhalb eines Landes ohne echte Zustimmung dominiert und ausgebeutet wird, was die traditionelle koloniale Dynamik widerspiegelt.

Bild aus dem historischer Widerstand belutschischer Stämme gegen die britische Kolonialmacht

Die interne Kolonialisierung verstehen

Interne Kolonialisierung liegt vor, wenn eine dominante Gruppe innerhalb eines Staates systematisch die Ressourcen, die Kultur und die politischen Rechte einer Minderheitenregion kontrolliert und ausbeutet, ohne dass diese wirklich vertreten ist oder ihre Zustimmung gegeben hat. Im Gegensatz zum klassischen Kolonialismus, an dem ausländische Mächte beteiligt sind, findet interne Kolonialisierung innerhalb anerkannter Staatsgrenzen statt, was es schwieriger macht, sie international zu erkennen und anzufechten.

Im Fall von Belutschistan deuten mehrere wichtige Indikatoren auf diese koloniale Beziehung hin:

  • Politische Dominanz: Obwohl Belutschistan die größte Provinz Pakistans ist, hat es nur eine minimale Vertretung in nationalen Entscheidungsprozessen. Die Zentralregierung übt durch ernannte Gouverneure, oft Militärs, direkte Kontrolle aus, während die gewählten Provinzregierungen nur begrenzte Befugnisse haben. Wichtige Entscheidungen, die das Gebiet Belutschistans betreffen, von Militäroperationen bis hin zu Mega-Entwicklungsprojekten, werden in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne sinnvolle Konsultation getroffen.
  • Wirtschaftliche Ausbeutung: Belutschistan verfügt über geschätzte 538 Milliarden Kubikmeter Erdgasreserven, riesige Kohlevorkommen in Thar, bedeutende Kupfer- und Goldreserven in Saindak und Reko Diq sowie erhebliche Uranvorkommen. Die Provinz erzielt jedoch nur minimale Einnahmen aus diesen Ressourcen. Die 1952 entdeckten Sui-Gasfelder versorgen seit über sieben Jahrzehnten die Industriezentren Pakistans mit Energie, während die meisten belutschischen Dörfer keinen Zugang zu Gasanschlüssen haben. Ebenso wurde der Tiefseehafen Gwadar, der im Rahmen des China-Pakistan Economic Corridor (CPEC) entwickelt worden war, ohne Rücksprache mit den lokalen Fischergemeinden gebaut, die aus ihren angestammten Gewässern vertrieben wurden.
  • Kulturelle Unterdrückung: Belutschi, die Sprache der Belutsch:innen, wird zwar von der Mehrheit der Bevölkerung gesprochen, hat aber nur begrenzte offizielle Anerkennung. Die Lehrpläne legen den Schwerpunkt auf Urdu und die islamische Identität, während die Geschichte und Kultur Belutschistans marginalisiert werden. Traditionelle Regierungssysteme und Gewohnheitsrechte wurden systematisch zugunsten einer zentralisierten bürokratischen Kontrolle abgeschafft.
  • Demografische Manipulation: Die groß angelegte Migration von Siedlern aus Punjab und Sindh, die oft durch staatliche Anreize gefördert wurde, hat die gesellschaftliche Zusammensetzung Belutschistans in wichtigen städtischen Zentren verändert. Diese „demografische Überflutung” spiegelt koloniale Siedlungsmuster wider, die darauf abzielen, den politischen Einfluss der indigenen Bevölkerung zu schwächen.
Der moderne pakistanische Nationalstaat

Zyklen des Widerstands und staatlicher Gewalt

Der Widerstand der Belutschen manifestierte sich in mehreren Aufständen, auf die jeweils mit unverhältnismäßiger staatlicher Gewalt reagiert wurde:

  • Der erste Aufstand (1948–1950): Unter der Führung von Prinz Abdul Karim kämpften bei diesem ersten Widerstand Stammesmilizen mit Guerillataktiken gegen pakistanische Streitkräfte. Der Aufstand wurde durch Luftangriffe niedergeschlagen, wobei zum ersten Mal seit der Dekolonialisierung Südasiens Luftstreitkräfte gegen Zivilisten eingesetzt wurden.
  • Der Aufstand von Nowroz Khan (1958–1962): Ausgelöst durch das „One Unit”-Programm, das die Provinzgrenzen aufhob, wurde dieser Aufstand von Nowroz Khan Zehri angeführt und umfasste systematischen Widerstand in mehreren Distrikten. Die pakistanischen Streitkräfte reagierten mit Massenverhaftungen, der Zerstörung von Dörfern und öffentlichen Hinrichtungen.
  • Der Aufstand von 1973–1977: Dieser oft als „Fünfjahreskrieg“ bezeichnete Aufstand war der bislang größte. Ausgelöst durch die Absetzung der gewählten Regierung Belutschistans und die Entdeckung von Waffen, die angeblich aus dem Irak geliefert wurden, waren über 80.000 pakistanische Soldaten an einem Konflikt beteiligt, der Tausende von Opfern forderte. Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, und schätzungsweise 5.300 belutschische Kämpfer getötet.
  • Die heutige Widerstandsbewegung (seit 2000): Ausgehend von Nawab Akbar Bugtis Widerstand gegen Militäroperationen ist diese Phase sowohl von bewaffneten Aufständen als auch von zivilgesellschaftlichem Aktivismus geprägt. Die Ermordung Bugtis im Jahr 2006 im Rahmen einer Militäroperation löste weitreichende Proteste aus und markierte einen Wendepunkt hin zu einem besser organisierten Widerstand.
Die Baloch Liberation Army (BLA) zählt als größte militärische Widerstandsgruppe

Jeder Zyklus der Gewalt hat die Entfremdung der Belutschen:innen vertieft und die Forderungen nach Unabhängigkeit verstärkt. Die pakistanischen Strategien zur Bekämpfung der Aufständischen haben sich konsequent gegen Zivilist:innen gerichtet und ganze Gemeinschaften als potenzielle Aufständische behandelt, was ein Kennzeichen der Kolonialkriegsführung ist.

Die aktuelle Menschenrechtskrise

Jüngste Dokumente belegen systematische staatliche Gewalt gegen die Zivilbevölkerung in Belutschistan. Der Menschenrechtsrat von Belutschistan (HRCB) dokumentierte allein im März 2025 181 Fälle von Verschleppungen, die Teil von schätzungsweise 25.000 Fällen seit dem Jahr 2000 sind. Diese „verschwunden gelassen“ Personen, darunter häufig Student:innen, Lehrer:innen, Journalist:innen und politische Aktivist:innen, werden in der Regel ohne ordentliches Verfahren von Geheimdiensten festgehalten.

Die Repressionen erstrecken sich nicht nur auf Erwachsene. In einem schockierenden Fall, der internationale Aufmerksamkeit erregte, wurde ein siebenjähriges Kind in Gwadar nach dem pakistanischen Anti-Terrorismus-Gesetz angeklagt, weil es angeblich Videos im Internet geteilt hatte, die zeigen, in welchem Ausmaß Sicherheitsgesetze gegen die Bevölkerung Belutschistans eingesetzt werden.

Die Familien der Verschwundenen, vor allem Frauen, haben sich zu mächtigen Interessenverbänden zusammengeschlossen. Die Organisation „Voice for Baloch Missing Persons“ (VBMP), gegründet von Mama Qadeer, deren Sohn 2009 verschwand, hat Fälle dokumentiert und Proteste organisiert, obwohl sie ständig Schikanen und Einschüchterungen ausgesetzt ist.

Außergerichtliche Tötungen, oft als Begegnungstötungen (encouter killings), z. B. als Folge eines inszenierten Schusswechsels getarnt, sind zur Routine geworden. Die Leichen verschwundener Personen weisen häufig Spuren von Folter auf und dienen als Warnung für andere. Dieses Klima der Angst erstreckt sich auch auf Journalist:innen, Anwält:innen sowie Menschenrechtsaktivist:innen und schafft, wie Forschende es bezeichnen, einen „Überwachungsstaat“ innerhalb Belutschistans.

Frauen in Führungspositionen und gewaltfreier Widerstand

Eine bemerkenswerte Entwicklung im heutigen Widerstand der Belutsch:innen ist das Aufkommen von Frauen als politische Führerinnen. Dr. Mahrang Baloch, deren Vater verschleppt und später tot aufgefunden wurde, ist ein Beispiel für diesen Wandel. Als ausgebildete Ärztin der Universität Karachi repräsentiert sie eine neue Generation gebildeter, redegewandter Aktivistinnen, die traditionelle belutschische Werte mit modernen politischen Strategien verbinden.

Im Jahr 2023 leitete Dr. Mahrang den historischen Baloch Long March, einen 1.500 Kilometer langen Protestmarsch von Turbat nach Islamabad, an dem Tausende teilnahmen. Der Marsch, der Gerechtigkeit für die Opfer von Verschleppungen forderte, erregte beispiellose Aufmerksamkeit in den Medien und fand internationale Unterstützung. Ihre anschließende Verhaftung und Inhaftierung verstärkte ihre Botschaft nur noch, und das Time Magazine veröffentlichte sogar einen ihrer Briefe aus dem Gefängnis mit dem Titel „Speaking Up for Justice Is Not a Crime”.

Dr. Mahrang Baloch gilt als Gesicht des Baloch Yakjehti Committee (BYC)

Diese von Frauen angeführte Bewegung stellt einen strategischen Wandel von rein stammesbezogenem und bewaffnetem Widerstand hin zu einer breiteren Mobilisierung der Zivilgesellschaft dar. Organisationen wie das Baloch Women’s Forum und das Baloch Student Action Committee haben soziale Medien, interne Lobbyarbeit und friedliche Proteste effektiv genutzt, um auf ihren Kampf aufmerksam zu machen. Die Reaktion des Staates bleibt jedoch unverändert: Massenverhaftungen, Folter und Einschüchterung richten sich nun auch gegen diese gewaltfreien Aktivistinnen.

Wirtschaftliche Dimensionen der kolonialen Ausbeutung

Statistische Analysen zeigen die eklatante wirtschaftliche Ungleichheit, die die Beziehung Pakistans zu Belutschistan kennzeichnet. Obwohl Belutschistan über 40 % des pakistanischen Staatsgebiets und den Großteil der natürlichen Ressourcen des Landes umfasst, trägt es weniger als 5 % zum nationalen BIP bei und erhält etwa 3 % der Entwicklungsausgaben des Staates.

Das Pro-Kopf-Einkommen in Belutschistan liegt weiterhin 40 % unter dem nationalen Durchschnitt, während die Alphabetisierungsrate deutlich hinter anderen Provinzen zurückbleibt. Große städtische Zentren wie Karatschi und Lahore, die teilweise mit den Einnahmen aus dem Gasverkauf Belutschistans aufgebaut wurden, verfügen über eine moderne Infrastruktur, während es in den meisten ländlichen Gebieten Belutschistans an grundlegenden Einrichtungen wie sauberem Wasser, Gesundheitsversorgung und asphaltierten Straßen mangelt.

Der China-Pakistan Economic Corridor (CPEC) ist ein Beispiel für diese ausbeuterische Beziehung. Von den 62 Milliarden US-Dollar, die für den CPEC bereitgestellt wurden, sind weniger als 10 % für Projekte in Belutschistan vorgesehen, obwohl die Provinz das Kronjuwel des Korridors beherbergt, den Hafen von Gwadar. Lokale Gemeinden berichten, dass sie bei der Projektplanung nicht konsultiert wurden und nur minimale Beschäftigungsmöglichkeiten haben, da die meisten Arbeitsplätze an chinesische Arbeiter:innen oder Migrant:innen aus anderen pakistanischen Provinzen vergeben werden.

Vom CPEC verspricht sich die chinesische Regierungen eine Zugang zum Meer, sollte es zu Blocken im südchinesischen Meer kommen.

Rohstoffabbau und Umweltkolonialismus

Die koloniale Ausbeutung Belutschistans erstreckt sich auch auf die Umweltzerstörung durch unregulierten Rohstoffabbau. Das Kupfer-Gold-Projekt Reko Diq, dessen Wert auf über 100 Milliarden Dollar geschätzt wird, wurde durch Vereinbarungen entwickelt, die den lokalen Gemeinden nur minimale Gewinne bieten, während sie gleichzeitig erhebliche Umweltschäden verursachen.

Das von China finanzierte und über CPEC verwaltete Hafenprojekt in Gwadar ist ein Beispiel für neokoloniale Entwicklung. Lokale Fischergemeinden, die seit Jahrhunderten von Meeresressourcen abhängig sind, wurden ohne angemessene Entschädigung oder alternative Einkommensquellen vertrieben. Das Projekt hat traditionelle Fischereipraktiken gestört, Wasserquellen verschmutzt und Küstenökosysteme verändert.

Der Kohlebergbau in Distrikten wie Quetta und Zhob hat zu Grundwasserverschmutzung und Luftverschmutzung geführt, von denen die balochischen Gemeinschaften, denen die politische Macht fehlt, um sich gegen diese Projekte zu wehren, unverhältnismäßig stark betroffen sind. Die Einnahmen aus diesen Aktivitäten fließen in erster Linie nach Islamabad und an chinesische Unternehmen, während nur minimale lokale Investitionen in Gesundheitswesen, Bildung oder Infrastruktur getätigt werden.

Internationale Dimensionen und geopolitisches Schweigen

Trotz glaubwürdiger Belege für Menschenrechtsverletzungen bleibt Belutschistan im internationalen Menschenrechtsdiskurs weiterhin unberücksichtigt. Mehrere Faktoren tragen zu diesem Schweigen bei:

  • Die strategische Bedeutung Pakistans: Als Atommacht und wichtiger Verbündeter in der regionalen Geopolitik ist es Pakistan gelungen, die belutschische Bewegung als „Terrorismus“ darzustellen und gleichzeitig internationale Kritik zu vermeiden. Die Rolle des Landes im von den USA geführten Krieg in Afghanistan bot zusätzliche diplomatische Deckung.
  • Chinesische Wirtschaftsinteressen: Chinas massive Investitionen in CPEC, insbesondere in den Hafen von Gwadar, schaffen für Peking starke Anreize, die pakistanische Politik in Belutschistan zu unterstützen. Chinesische Unternehmen, die an der Rohstoffgewinnung beteiligt sind, haben ein direktes Interesse an der Aufrechterhaltung des Status quo.
  • Begrenzte internationale Anerkennung: Im Gegensatz zu anderen Selbstbestimmungsbewegungen fehlt es der belutschischen Sache an einem staatlichen Sponsor oder einem bedeutenden internationalen Netzwerk von Fürsprechern. Indiens gelegentliche rhetorische Unterstützung wird als „Stellvertreterkrieg“ abgetan, während westliche Nationen strategische Beziehungen zu Pakistan priorisieren.

Allerdings gewinnt der Aktivismus der Diaspora an Dynamik. Belutschische Organisationen in Europa, Nordamerika und den Golfstaaten nutzen zunehmend internationale Rechtsmechanismen, parlamentarische Lobbyarbeit und Medienkampagnen, um auf ihren Kampf aufmerksam zu machen. Die World Baloch Organisation mit Sitz in London richtet regelmäßig Petitionen an den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen und das Europäische Parlament.

Rechtlicher Rahmen und das Recht auf Selbstbestimmung

Der Anspruch der belutschischen Bevölkerung auf Selbstbestimmung beruht auf soliden rechtlichen Grundlagen im Völkerrecht. Sowohl der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) als auch der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (ICESCR) erkennen an, dass „alle Völker das Recht auf Selbstbestimmung haben“ und „frei über ihren politischen Status entscheiden und ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung frei verfolgen können“.

Die Umstände des erzwungenen Beitritts Kalats, der mit militärischem Zwang und der Verletzung früherer Vereinbarungen einherging, liefern zusätzliche Gründe, die pakistanische Souveränität anzufechten. Rechtswissenschaftler argumentieren, dass das unter Zwang unterzeichnete Beitrittsinstrument nach den völkerrechtlichen Grundsätzen für den Abschluss von Verträgen ungültig ist.

Darüber hinaus stellen die systematischen Menschenrechtsverletzungen, die Ausbeutung von Ressourcen ohne Zustimmung und die Verweigerung der politischen Teilhabe Gründe für eine Abspaltung dar, die nach internationalem Recht anerkannt ist, nämlich das Recht unterdrückter Völker, sich abzuspalten, wenn alle anderen Möglichkeiten zur Sicherung ihrer Grundrechte ausgeschöpft sind.

Regionale und globale Auswirkungen

Der Konflikt in Belutschistan hat erhebliche Auswirkungen auf die regionale Stabilität und die internationale Sicherheit. Die strategische Lage der Provinz an der Grenze zu Iran und Afghanistan macht sie für Handelswege, Energiepipelines und Terrorismusbekämpfung von entscheidender Bedeutung. Anhaltende Instabilität untergräbt diese Interessen und könnte die gesamte Region destabilisieren.

Darüber hinaus veranschaulicht der Konflikt allgemeine Muster der Staatsbildung und der Minderheitenrechte im postkolonialen Südasien. Ähnliche Dynamiken gibt es auch in anderen Regionen – von Kaschmir über Nagaland bis hin zu den tamilischen Gebieten Sri Lankas –, wo territoriale Vereinbarungen aus der Kolonialzeit mit ethnischen und kulturellen Realitäten kollidieren.

Internationale Beobachter:innen erkennen zunehmend, dass ein nachhaltiger Frieden in Südasien die Lösung dieser ungelösten Fragen der Souveränität und Selbstbestimmung erfordert, anstatt künstliche Grenzen mit Gewalt aufrechtzuerhalten.

Gwadar ist mit über 250.000 Einwohner:innen einer der größten Städte in Belutschistan

Fazit: Den Kreislauf der Gewalt durchbrechen

Die Geschichte Belutschistans ist eine der langwierigsten und zugleich am meisten übersehenen Kämpfe um Selbstbestimmung in der heutigen Welt. Am 11. August 1947 erklärte sich Belutschistan für unabhängig, doch seine Souveränität wurde innerhalb weniger Monate durch militärischen Zwang zunichte gemacht. Seit über sieben Jahrzehnten haben aufeinanderfolgende pakistanische Regierungen die Kontrolle durch systematische Unterdrückung aufrechterhalten und gleichzeitig enorme Reichtümer aus dem Gebiet Belutschistans abgezogen.

Das Aufkommen eines von Frauen geführten gewaltfreien Widerstands, wie er von Dr. Mahrang Baloch und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern verkörpert wird, gibt Hoffnung auf ein Durchbrechen des Kreislaufs der Gewalt, der diesen Konflikt geprägt hat. Ihr Mut, trotz Inhaftierung, Folter und Einschüchterung Gerechtigkeit zu fordern, zeugt von der Widerstandsfähigkeit der belutschischen Menschen und seinem Engagement für eine friedliche Lösung.

Demonstration für die mutmaßlich in Kanada vom pakistanischen Geheimdienst ermordete Karima Baloch

Nachhaltiger Frieden erfordert jedoch mehr als individuelles Heldinnentum. Er erfordert die Anerkennung historischer Ungerechtigkeiten, einen echten Dialog über politische Vereinbarungen und das Bekenntnis zu Menschenrechten und demokratischen Prinzipien. Die internationale Gemeinschaft muss unter Wahrung der pakistanischen Souveränität anerkennen, dass dauerhafte Stabilität in Südasien nicht auf der systematischen Unterdrückung ganzer Völker aufgebaut werden kann.

Die Stimmen aus Belutschistan, die Stimmen der Verschwundenen, der Aktivist:innen und der wartenden Familien verdienen es, gehört zu werden. Ihre Botschaft geht über engen Nationalismus oder Separatismus hinaus; sie spricht universelle Prinzipien wie Würde, Gerechtigkeit und das Recht der Völker an, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Indem man diesen Stimmen Gehör schenkt und auf ihre berechtigten Beschwerden eingeht, besteht die Möglichkeit, einen der hartnäckigsten Konflikte Südasiens in ein Modell für friedliche Koexistenz und gegenseitigen Respekt zu verwandeln.

Der Weg zur Entkolonialisierung ist weder einfach noch garantiert. Aber für die Menschen in Belutschistan, deren Unabhängigkeit vor 78 Jahren erklärt wurde, nur um seitdem systematisch verweigert zu werden, ist er der einzige Weg zu Gerechtigkeit, Würde und dauerhaftem Frieden.

Referenzen:

  • Times of India, “Rewind to 1947: Tale of an Independence Won and Lost in 227 Days,” August 11, 2023.
  • Kaiser Bengali, “The Economics of Balochistan: Colonial Patterns in Post-Colonial Pakistan,” Pakistan Monthly Review, 2023.
  • Martin Axmann, Back to the Future: The Khanate of Kalat and the Genesis of Baloch Nationalism, Oxford University Press, 2009.
  • Aasim Sajjad Akhtar, The Politics of Common Sense: State, Society and Culture in Pakistan, Cambridge University Press, 2018.
  • Human Rights Council of Balochistan (Paank), “Monthly Human Rights Report – March 2025,” Quetta, 2025.
  • Malik Siraj Akbar, The Redefined Dimensions of Baloch Nationalist Movement, Xlibris Corporation, 2011.
  • Sanaullah Baloch, The Great Game in Balochistan: Its Implications for Baloch Nationalism, Strategic Studies Institute, Islamabad, 2007.
  • Taj Mohammad Breseeg, Baloch Nationalism: Its Origin and Development, Royal Book Company, Karachi, 2004.
  • Time Magazine, “Mahrang Baloch Writes from Prison: ‘Speaking Up for Justice Is Not a Crime’,” February 15, 2025.
  • The Guardian, “The Bloody Insurgency in Balochistan Gaining Lethal Momentum,” March 8, 2025.
  • Dawn Newspaper, “Seven-Year-Old in Gwadar Booked under Terrorism Act,” January 22, 2025.
  • Harrison, Selig S., In Afghanistan’s Shadow: Baluch Nationalism and Soviet Temptations, Carnegie Endowment for International Peace, 1981.
  • Dashti, Naseer, The Baloch and Balochistan: A Historical Account, Trafford Publishing, 2012.
  • International Crisis Group, “Pakistan: The Insurgency in Balochistan,” Asia Report No. 119, February 2006.

„Wir sind bereit, so lange zu bleiben, wie nötig“

Belgrad, Serbien – Seit Anfang Dezember blockieren serbische Studierende den Zugang zu 62 von 80 Fakultäten in Belgrad, Novi Sad und anderen Orten des Landes und verwalten die Gebäude seitdem selbst. In erster Linie fordern sie, dass die Verantwortlichen für den Einsturz des Bahnhofsvordachs in Novi Sad zur Rechenschaft gezogen werden. Am 1. November starben 15 Menschen, als das frisch renovierte Vordach einstürzte. Dies löste zahlreiche Protest aus, vergangenen Sonntag demonstrierten über 100.000 Menschen in der serbischen Hauptstadt.

Schon Anfang Dezember wurden Vorlesungen und sonstige Veranstaltungen an vielen Fakultäten eingestellt, wie zum Beispiel an der Fakultät für Chemie in Belgrad. Der serbische Fernsehsender Nova S berichtete , dass insgesamt 29 Fakultäten in den Städten Belgrad, Novi Sad, Nis und Kragujevac still standen, sodass weder Vorlesungen noch Prüfungen stattfinden konnten. Im Laufe des Dezembers weitete sich dieser Protest auf über 30 weitere Fakultäten aus.

Philosophische Fakultät in Belgrad

In den insgesamt 62 Unis, die im ganzen Land unter der Kontrolle der Studierenden stehen, ist der Zugang für Personen, die keine Studierenden der Fakultät sind, nahezu unmöglich, auch für Aktivist:innen. Trotzdem sind die Studierenden sehr dankbar für internationale Unterstützung und mediale Aufmerksamkeit, auch weil die meisten serbischen Medien wenig bis gar nicht über die Studierendenproteste und ihre Forderungen berichten.

Mit einer Gruppe ausländischer Aktivisten konnten wir uns am Freitag in gegenseitigem Einvernehmen erfolgreich der Besetzung an der Philosophischen Fakultät in Belgrad anschließen, wo wir einige Zeit mit den Studierenden verbrachten und das Leben in der Besetzung kennen lernten.

Der Zugang zur Fakultät war schwierig und erforderte einiges an Überzeugungsarbeit. Die Studierenden in der Besetzung sind in mehreren Arbeitsgruppen organisiert, darunter eine Sicherheitsgruppe. Diese kontrollierten vor dem Einlass, wer wir sind und ließen uns schließlich rein, da wir ebenfalls Studierende waren, wenn auch aus einem anderen Land. Uns half dabei, dass wir schon zuvor Kontakt zu einer Person innerhalb der Besetzung hatten, die mit dem Plenum gesprochen hatte, damit wir für ein paar Tage bleiben konnten.

Berichten zufolge sind andere besetzte Fakultäten noch strenger, wenn es darum geht, Außenstehende hereinzulassen.

Das Leben in der Besetzung

Als wir drinnen waren, bekamen wir einen Platz, um unsere Sachen abzulegen und begannen, die Besetzung zu erkunden. Die Studierenden, von denen viele hier schon seit Wochen leben, hießen uns herzlich willkommen und boten uns Essen und Getränke an. Obwohl sie sichtlich erschöpft waren, berichteten sie begeistert von ihren Erlebnissen, während wir ihnen von unserer langen Reise nach Belgrad erzählten.

Sie freuten sich, Interessierte aus anderen Ländern zu sehen. Die meisten von ihnen waren bereits seit drei Wochen in der Besetzung und sahen unser Interesse als Beweis für die internationalistische Solidarität unter den Studierenden. Wir verbrachten ein paar Stunden mit ihnen und diskutierten über die Politik in Serbien, die Medien, Zensur und Korruption. Sie schienen den Eindruck zu haben, dass ein Beitritt in die Europäischen Union Vorteile in Bezug auf Studentenwohnungen, Stipendien und das Leben im Allgemeinen mit sich bringen könne, aber nach einem wertvollen Erfahrungsaustausch entwickelte sich eine kritischere Sichtweise.

Es war schon deutlich nach Mitternacht, als ich verstand, wie die Besetzung für diese Student:innen zu einem Zuhause geworden war. Der Raum – einst ein Vorlesungssaal – war nun mit persönlichen Gegenständen übersät: Taschen, Jacken, Laptops, Notizbücher, die im Raum verstreut waren. Ein Student, der auch schon an anderen Protesten beteiligt gewesen war, sagte einen Satz, der mich zutiefst berührte: „Ich studiere hier schon seit drei Jahren und habe mich nie mit diesem Ort verbunden gefühlt. Aber jetzt, nach diesen Wochen, fühlt es sich endlich wie eine echte Gemeinschaft an – ein Zuhause.“

In den frühen Morgenstunden kehrte eine ruhige Atmosphäre ein. Die Studierenden bereiteten sich auf die Herausforderungen des nächsten Tages vor, während sich einige von uns im Büro eines Professors einquartierten, das zu einem provisorischen Schlafbereich geworden war. Erschöpft schliefen wir ein paar Stunden, denn wir wussten, dass ein großer Tag vor uns lag.

Vucic versucht, die Bewegung zu untergraben

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, sprach ich mit zwei weiteren Studentinnen, die von Anfang an bei der Besetzung dabei waren. Sie erklärten mir, wie die Regierung unter Präsident Aleksandar Vučić versucht, die Proteste mit populistischen Gesten zu schwächen. Er kündigte längere Winterferien und kostenlosen Nahverkehr für Studierende an, um den Anschein zu erwecken, die Regierung würde ihnen entgegenkommen.

Durch diese Methoden ließen sie sich jedoch nicht beirren. Die Studierenden durchschauten die Versuche, die Bewegung zu bändigen, und bleiben entschlossen, betonte ein Student: „Wir sind bereit, so lange zu bleiben, wie nötig – auch wenn es Monate dauert.“

Dann wurde ich den Student:innen vorgestellt, die für die Medienarbeit der Besetzung zuständig waren. Am „News Desk“, wie sie es nannten, herrschte reges Treiben. Inmitten von Notizblöcken, Laptops und Kaffeetassen koordinierten sie die Kommunikation mit verschiedenen Nachrichtenagenturen und Journalist:innen sowie die eigene Öffentlichkeitsarbeit. Es war eine faszinierend chaotische, aber sehr effektive Arbeitsatmosphäre, die wirkte wie in einer professionellen Nachrichtenredaktion.

Ein entscheidender Moment für Serbiens Jugend

Nachdem ich den Tag damit verbracht hatte, mit den an der Besetzung beteiligten Studierenden zu sprechen, war ich beeindruckt von der Entschlossenheit, die sich durch alle Teile der Besetzung zog – von der Sicherheitsgruppe bis zum Medienteam. Es ging ihnen nicht nur darum, Unigebäude zu besetzen oder die Vorlesungen zu verhindern, sondern darum, eine Bewegung aufzubauen. Diese Studierenden protestierten nicht einfach nur, sie schufen ihre eigenen Kommunikationswege und knüpften neue Verbindungen sowohl innerhalb Serbiens als auch international.

„Ich rebelliere also bin ich – und du?“

Dieses Gefühl der Zielstrebigkeit war während meiner gesamten Zeit in der Besetzung spürbar. Es war klar, dass die Student:innen nicht einfach auf ein politisches System reagieren, von dem sie sich verraten fühlen; sie arbeiten aktiv daran, die Zukunft Serbiens neu zu gestalten. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wird ihre unerschütterliche Entschlossenheit ausreichen, um die festgefahrenen Machtstrukturen, mit denen sie zu kämpfen haben, aufzubrechen?

Es geht nicht nur um Bildung

Als ich in den frühen Morgenstunden die Philosophie-Fakultät verließ, wurde mir die Tragweite dessen, wofür diese Studierenden kämpfen, erst richtig bewusst. Was als Reaktion auf ein tragisches Ereignis begann – den tödlichen Einsturz des Vordachs am Hauptbahnhof von Novi Sad – hat sich zu einer breiteren Bewegung gegen die Politik der derzeitigen Regierung entwickelt, von der sich viele Menschen, darunter auch Studierende, im Stich gelassen fühlen. Aber bei dieser Blockade geht es nicht nur um eine einzelne Tragödie, sondern um eine Konfrontation mit einem politischen System, das seit Jahren daran arbeitet, einige wenige zu begünstigen, während der Rest die Kosten tragen muss.

Die Student:innen, die ich getroffen habe, kämpfen nicht nur für ihr Recht auf eine zugänglichere Bildung oder Gerechtigkeit für die Menschen, die vor dem Bahnhof von Novi Sad ums Leben gekommen sind. Sie stellen die Entscheidungen einer Regierung in Frage, die sie als korrupt, zunehmend autoritär und ignorant gegenüber den Bedürfnissen der Bevölkerung wahrnehmen. Mit jedem Tag, der vergeht, wird ihr Widerstand immer mehr als nur ein Protest; sie stehen ein für eine andere Zukunft – eine Zukunft, in der sich junge Serbinnen und Serben ein Leben frei von systemischer Korruption und Verwahrlosung vorstellen können.

Wer hat den längeren Atem?

Doch ob ihre Entschlossenheit zu einem echten Wandel führen kann, ist ungewiss. Die politische Landschaft Serbiens ist hart, und die Student:innen wissen, dass der Weg zum Sieg lang und unbequem ist. Die populistischen Gesten, wie kostenlose öffentliche Verkehrsmittel und verlängerte Ferien, zeigen, dass sich die Regierung der Gefahr durch die Studierenden bewusst ist. Doch sie lassen sich nicht entmutigen.

Die Frage bleibt: Wird die Regierung nachgeben, oder bleiben die etlichen Probleme im Land ein Teil der gesellschaftlichen Realität Serbiens? Wenn es diesen Studierenden gelingt, dass die Regierung sie ernst nimmt, könnte dies einen umfassenden Aufbruch in der serbischen Gesellschaft auslösen – einen Aufbruch, der eine Umgestaltung der politischen und wirtschaftlichen Systeme erfordert, die lange Zeit die Stimmen der Jugendlichen übergangen haben.

Bisher bleiben die Besetzungen bestehen, als Symbole des Trotzes und der Hoffnung. Die Studierenden haben gezeigt, dass sie bereit sind zu kämpfen – nicht nur für ihr Recht auf Bildung, sondern für eine Zukunft, die sie verdienen. Und so wie diese Bewegung wächst, ist es klar, dass nicht nur die serbischen Studierenden das Geschehen beobachten, sondern auch die Welt.

Fragend schreiten sie voran – Das neue Gesellschafts­system in Chiapas

Am 6. November hat die Zapatistische Bewegung die Auflösung der „Autonomen Rebellischen Landkreise“ und der „Räte der guten Regierung“ bekannt gegeben. Sogleich wurden weltweit Gerüchte laut, dass die zapatistische Selbstverwaltung dem Druck der kapitalistischen Kräfte um sie herum nicht länger standhalten konnte und nun endgültig ihre Niederlage eingestehen musste. Die Auflösung der Autonomen Rebellische Landkreise wurde als Auflösung der Selbstverwaltung als Ganzes interpretiert, als finale Bankrotterklärung einer gescheiterten Bewegung. Einige Wochen und zwei Comunicados später ist nun aber klar, dass die Realität eine völlig andere ist. Es handelt sich keineswegs um eine Kapitulation, sondern um eine Erneuerung. Der Kampf der indigenen Völker für ihre Autonomie wird nicht eingestellt, sondern intensiviert. Die Umstrukturierung der Organisationsweise kann gewissermaßen als Ergebnis der kollektiven Erfahrungen aus 30 Jahren revolutionärer Praxis gesehen werden. 

Als am 1.1.1994 die seid über 10 Jahren unter höchster Geheimhaltung im Urwald von Chiapas gewachsene Zapatistische Armee zur Nationalen Befreiung (EZLN) ihren „Aufstand der Würde“ begonnen und weite Teile des Bundesstaates Chiapas befreit hatte, wurde sie umgehend zur Hoffnungsträgerin und Projektionsfläche der revolutionären Linken weltweit. Grade nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und ihrer Verbündeten lieferte dieser Aufstand, der erste seine Art seit dem Ende des Realsozialismus, den Beweis dafür, dass das viel besungene Ende der Geschichte eben noch nicht erreicht ist und dass es immer noch möglich, ja sogar notwendig ist, sich aufzulehnen, die kapitalistische Ordnung anzugreifen und schlussendlich zu stürzen.

Hinter all der rebellischen Romantik, mit der der Dschungel Chiapas‘ umwoben ist, zeigt sich jedoch wie immer eine revolutionäre Realität, mit all ihren Problemen, Fehlern und Schwierigkeiten. Weder die mexikanische Regierung noch die mächtigen Drogenkartelle hatten auch nur eine Sekunde daran gedacht, das revolutionäre Projekt zu akzeptieren. Dennoch arbeiteten die Zapatistas inmitten der permanenten Angriffe kontinuierlich am Aufbau einer selbstverwaltenden Gesellschaft. Eine wahrhaftig demokratische Gesellschaft, in der der Wille des Volkes konsequent umgesetzt wird, sodass die Funktion der „Regierenden“ auf das bloße Ausführen und Umsetzen eben dieses Willens reduziert wird. Oder um die Worte der Zapatistas selbst zu verwenden: eine Gesellschaft, in der die Regierenden „dienen und nicht bedient werden“ und „Dinge vorschlagen aber der Bevölkerung nicht aufzwingen“. Dieses, für diesen Artikel stark vereinfachte Konzept tauften sie „Demokratie des gehorchenden Regierens“, es bildet bis heute den Grundstein der Zapatistischen Philosophie.

Als reines Gedankengebäude ist so eine Philosophie jedoch weitgehend nutzlos, wenig mehr als ein Hirngespinst. Wie bei allen anderen revolutionären Theorien erlangt auch die „Demokratie des gehorchenden Regierens“ ihren Wert erst durch die konkrete Umsetzung in die Praxis. Darum begannen die EZLN und ihre Unterstützer:innen umgehend mit dem Aufbau von Strukturen, die dieser Aufgabe gerecht werden konnten. Genau hier kommen nun eben die „Autonomen Rebellischen Landkreise“ und „Räte der guten Regierung“ ins Spiel, die vor Kurzem aufgelöst wurden. Sie waren der erste Versuch der Zapatistas, sich selbst zu verwalten, die erste gesellschaftliche Ausdrucksform der zapatistischen Ideale. Was sie aber explizit nicht waren, ist eine Struktur für die Ewigkeit. Subcomandante Insurgente Moisés formuliert das folgendermaßen: 

„Für die zapatistischen Pueblos waren sie (Die Landkreise und Räte) wie eine Schule der politischen Alphabetisierung: eine Selbst-Alphabetisierung.“ 

Das sie nicht bis ans Ende der Zeit Bestand haben, sondern sich vielmehr konstant weiterentwickeln würden, war also von Anfang an klar. Wenn sich die Umstände ändern, in denen sich selbst verwaltet wird, und sich auch die Bevölkerung verändert, die sich selbst verwaltet, muss sich auch zwangsläufig die Form der Selbstverwaltung ändern um nicht aus der Zeit zu fallen und unterzugehen. Im spezifischen Fall von Chiapas kommt zudem noch erschwerend hinzu, dass der Kapitalismus in seinem nicht enden wollenden Drang nach Expansion, nun auch in die entlegensten und vorher für ihn nahezu unbedeutenden Landstriche vordringt. Darunter fallen sowohl die Berge Chiapas als auch der Dschungel Indiens, in dem sich die maoistische Guerilla organisiert. Der Druck auf die Bevölkerungen und Bewegungen dieser Landstriche wächst dementsprechend kontinuierlich, auch das erfordert Weiterentwicklung. Im Falle Chiapas wird dieser Druck unter anderem durch das, von deutschen Konzernen unterstütze, Megaprojekt „Tren Maja“ und die Kartelle ausgeübt.

Eine ausführliche Analyse der aktuellen Lage in Chiapas hat Subcomandante Moisés bereits angekündigt. 

Bevor wir uns konkreter mit den neuen Strukturen als solche befassen, ist es noch wichtig zu betonen, dass sich bei der Auflösung der alten nicht um eine spontane Panikreaktion im Angesicht der eben erwähnten Aggression handelt, sondern um einen lange vorbereiteten Schritt. Ein Schritt der laut der Bewegung selber seid 10 Jahren diskutiert und seid 3 Jahren aktiv vorbereitet wird. Hierbei lohnt es sich einen Blick auf ein anderes Grundprinzip der Zapatistas zu werfen: Das „fragende Voranschreiten“, das Prinzip, dass jeder Schritt der gegangen wird, konstant hinterfragt und durch Kritik und Selbstkritik unermüdlich verbessert wird. Und so beruhen sowohl diese große Umstrukturierung der Selbstverwaltung, als auch all die kleinen, die ihr vorausgingen auf den Kritiken der „Base de Apoyo Zapatista“, der Zapatistischen Unterstützungsbasis, eben dem Volk selbst. 

Wenn man das neue System in einem Wort zusammenfassen müsste, dann wäre es wohl „Dezentralisierung“. Die Macht wurde in einem noch größeren Maße direkt in die Hände des Volkes gelegt. So treten nun an die Stelle der Autonomen Rebellischen Landkreise (MAREZ) die Lokalen Autonomen Regierungen (GAL). Diese ähneln in ihrer Funktionsweise Kommunen, wie sie etwa in den selbstverwalteten Regionen Nord- und Ostsyriens bestehen. Jedes Dorf regiert sich also ganz konkret selbst, Entscheidungen die das Dorf betreffen werden auf Grundlage der Zapatistischen Werte, im Dorf selber getroffen, ohne auf ein „höheres“ Organ angewiesen zu sein. Die Base de Apoyo Zapatista (also all die Menschen, die sich in Zapatistischen Strukturen organisieren) hat also noch viel direkten Einfluss auf das politische Geschehen als vorher. So soll auch Korruption und Machtmissbrauch, sowie eine Entfremdung zwischen den Selbstverwaltungstrukturen und der Bevölkerung verunmöglicht werden. Dass die Regierungsverantwortung jetzt zum größten Teil bei jedem Dorf selbst liegt, sorgt natürlich auch für eine deutlich kleinteiligere Organisierung. Im 9. Comunicado steht dazu folgendes: „Wenn es zuvor dutzende von Zapatistischen Autonomen Rebellischen Landkreisen, MAREZ, gab – gibt es nun Tausende von zapatistischen GAL (Lokale Autonome Regierungen).“ Auch der militärische Arm der Bewegung, die EZLN, wird zu einem großen Teil dezentralisiert, so soll jede Einheit dazu in der Lage sein, ihr Dorf im Notfall auch isoliert vom Rest der Bewegung zu verteidigen, die Unvereinbarkeit von zivilen und politischen Ämtern bleibt jedoch bestehen. 

Sollten die GAL die Notwendigkeit dazu sehen, können sie die Kollektive der Zapatistischen Autonomen Regierungen kurz CGAZ bilden. Hier können die GAL sich koordinieren und gemeinsame Planungen erarbeiten und umsetzen. Diese Instanz und ihre Konstellation, also welche GAL in welcher CGAZ sind und wann diese stattfinden ist hier nicht starr sondern fließend und flexibel. Die CGAZ können wann immer nötig „Gemäß ihren (den den GAL) Bedürfnissen, Notwendigkeiten, ihren Problemen und ihrem Vorankommen“ einberufen werden. Auch hier findet also eine Dezentralisierung statt – „Wo es zuvor 12 Räte der Guten Regierung gab – wird es nun Hunderte geben.“ 

Die letzte Ebene bilden die Vollversammlungen der Kollektive der Zapatistischen Autonomen Regierung (ACGAZ). Diese ersetzen die Zonen. Im Gegensatz zu den Zonen haben sie allerdings keine Macht im klassischen Sinne, alles was die ACGAZ beschließt, ja sogar alles was sie diskutiert, ist abhängig von und wird bestimmt durch die CGAZ, die wiederum vollständig von den GAL, also dem Volk selbst kontrolliert werden. Auch hier zeigt sich das deutlich mehr als vorher die Macht nun ganz konkret bei den Revolutionär:innen selber liegt. Und wie schon die CGAZ werden auch die Vollversammlungen nur noch bei Bedarf einberufen. 

Dem ein oder der anderen wird aufgefallen sein, dass die Beschreibung der Strukturen äußerst unkonkret ist, das liegt daran, dass die Zapatistas selbst ihre Strukturen meist nicht bis ins kleinste Detail erklären, geschriebene Gesetze oder gar eine Verfassung hat es in der zapatistischen Geschichte noch nie gegeben und wird es vermutlich auch nie geben. Die konkrete, auf dem Boden der indigenen Widerstandsgeschichte gewachsene und meist durch Fabeln und Metaphern erklärte Organisationsweise der Bewohner:innen des Lakandonischen Urwalds wird sich uns Außenstehenden wohl nie vollständig erschließen. Jeder Versuch, sie, wie es aus Europa nur zu gerne getan wird, bis ins letzte, noch so kleine Detail, zu vermessen, niederzuschreiben und in Schubladen zu stecken, ist zum Scheitern verurteilt. Das Ausschlaggebende ist aber, dass die wesentlichen Werte der Bewegung, ihre Grundsätze, wie das gehorchende Regieren oder das fragende Voranschreiten unberührt bleiben. Die Umstrukturierung ist sogar die direkte Folge des konsequenten Auslebens dieser Werte. Ein revolutionärer Prozess ist eben genau das: ein Prozess. Und wenn ein solcher Prozess erstmal zum Stehen kommt, verknöchert und sich langsam aber sicher Staub ansammelt, ist die Revolution als Ganzes bereits zum Scheitern verurteilt. Ja, es war die erste Änderung dieses Ausmaßes in der Geschichte der Zapatistas, aber es wird gewiss nicht die Letzte sein. Und zwischen diesem Entwicklungssprung und dem nächsten werden sich zahllose kleinere Schritte und Veränderungen befinden, die den großen Sprung erst möglich machen. Mit Sicherheit wurden in dem Moment, in dem ihr diese Worte lest bereits Veränderungen in den verkündeten Strukturen umgesetzt. Kurzum, die Revolution der Zapatistas ist trotz der brutalen Umstände alles andere als tot, sie lebt und entwickelt sich kontinuierlich weiter. 

Alle Statements der Zapatistischen Bewegung findet sich im Original hier.

„Sie wollten uns begraben, doch sie vergaßen, dass wir Samen sind.“


Das Datum war dabei kein Zufall: am 01.01.1994 sollte das internationale Handelsabkommen zwischen Mexiko und den USA NAFTA in Kraft treten und damit die Neoliberalisierung und Ausbeutung Mexikos weiter vorantreiben.

Die indigene Bevölkerung des Südens, hauptsächlich in Chiapas um den lakandonischen Urwald, organisierte sich bereits seit den 80ern klandestin als Guerilla in den Bergen. Am besagten Datum sollte die mehrheitlich indigene Guerilla sechs Städte im Bundesstaat Chiapas besetzen und somit die Revolution ausrufen.
Man sagt jedoch, dass 1993 die Revolution vor der Revolution stattgefunden hat, mit den revolutionären Frauengesetzen, erarbeitet von den Frauen aus den Reihen der EZLN und der Zivilbevölkerung. Darin schrieben die Frauen unter anderem das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper, Kinderwünsche und Partnerwahl fest, aber auch das Alkohol und Drogenverbot, dass bis heute einen grundlegenden Teil der zapatistischen Organisierung darstellt. Durch ein tiefes Verständnis der Verbindung von Alkohol und Drogenkonsum mit Gewalt gegen Frauen sowie kolonialer Gewalt, entlarvten die Frauen diese Mittel bereits früh als spezielle Form der Kriegsführung und verstanden es, sich als gesamte aufständische Gemeinschaft dagegen zu verteidigen.

Zurück ins Jahr 1994: Nach zweiwöchigen Kämpfen versuchte die mexikanische Regierung, den Aufstand durch Verhandlungen zu bremsen. Die Verhandlungsergebnisse und die Befriedung mit dem Neoliberalismus wurden jedoch durch Abstimmungen in den zapatistischen Dörfern abgelehnt. Stattdessen rief die EZLN alle Bevölkerungsgruppen Mexikos dazu auf sich für die Demokratisierung des gesamten Landes zu organisieren und kündigte an, so lange zu kämpfen, bis ihre Forderungen nach Arbeit, Land, Wohnung, Ernährung, Gesundheit, Ausbildung, Unabhängigkeit, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden erfüllt sind. Alsbald begann der Aufbau ziviler Selbstverwaltungsstrukturen. So entstanden 2003 die Räte der guten Regierung (Juntas de Buen Gobierno) und Caracoles als Verwaltungszentren. In diesen lokalen, kommunalen und regionalen Räten, werden alle Entscheidungen basisdemokratisch getroffen. Die Repräsentant:innen der Räte, die regelmäßig wechseln, haben keine eigene Entscheidungsmacht, sondern müssen die Beschlüsse der Räte umsetzen. Außerdem begann der Aufbau selbstverwalteter Schulen, Krankenhäuser und Landwirtschaftskooperativen, mit besonderem Augenmerk auf den Frauenkooperativen.

Trotz permanenter Angriffe durch den mexikanischen Staat und rechte Paramilitärs wachsen die selbstverwalteten Gebiete seitdem immer weiter und umfassen aktuell 43 Gemeinden, in denen mehrere hunderttausend Menschen leben.
Der Aufstand 1994 war ein entscheidender, wichtiger Schritt, der nur durch jahrelange Arbeit, Organisierung und Bildung möglich war. Gleichzeitig ermöglichte erst dieser Schritt unzählige revolutionäre Errungenschaften in Chiapas, Mexiko und auf der ganzen Welt.

Wie jede Gesellschaft auf der Welt, die sich von der dystopischen Realität des Kapitalismus entfernt und einen selbstverwalteten, solidarischen Weg geht, ist auch die Indigene Bevölkerung in Chiapas permanenten, grausamen Angriffen ausgesetzt. Trotzdem beugen sie sich nicht und machen ihrem Motto getreu weiter: „Sin pausas pero sin prisas“ („Ohne Pause und ohne Eile“). Denn die Zapatistas sehen revolutionäre Politik als lebendigen und langwierigen Prozess des gleichzeitigen Handelns und Lernens.

Eine der größten Gefahren für die Autonomie der Indigenen und die Natur in Mexiko soll laut den Plänen ab diesem Jahr auf Hochtouren laufen: Der sogenannte Tren Maya (Maya-Zug). Die 1525 km lange Zug- und Autobahnstrecke, die zynischerweise nach den Vorfahren der Zapatistas benannt wurde, soll Naturschutzgebiete, Regenwälder und die Gebiete von Indigenen für mexikanische und internationale Konzerne erschließen. Dabei würden mindestens 23 Naturschutzgebiete, unzählige weitere Ökosysteme und das Grundwassersystem des Landes direkt beschädigt oder zerstört werden. Das Großprojekt wäre nicht nur das Einfallstor für kapitalistische Industrie und Umweltzerstörung, sondern würde auch der mexikanischen Armee (der ein Großteil des Projekts gehört) ermöglichen, ihre permanenten Angriffe auf die autonomen Gemeinden zu intensivieren. Deutsche Konzerne, wie die Deutsche Bahn, Siemens, TÜV Rheinland oder Heckler & Koch sind maßgeblich an diesem Verbrechen beteiligt. Deshalb müssen wir den Widerstand gegen den Tren Maya, für den Aktivist:innen in Mexiko regelmäßig ermordet werden, hier sichtbar machen und durch eigene Aktionen verstärken!

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