Am 2. Juni 1967 wurde Benno Ohnesorg vom Polizisten Karl-Heinz Kurras ermordet.
Während einer Demo gegen den Staatsbesuch des autoritären iranischen Schahs schlug die Polizei in West-Berlin mit Schlagstöcken auf die Demonstrant:innen ein. Zuvor hatte sie fälschlicherweise verbreitet, ein Polizist sei erstochen worden. Ohnesorg wurde in Anwesenheit mehrerer Polizisten durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet.
Beweise für den Tatverlauf wurden sowohl von der Kriminalpolizei der BRD als auch von den Ärzten vertuscht. Auf dem ausgestellten Totenschein wurde als Todesursache stumpfe Gewalteinwirkung vermerkt. Kurras wurde in zwei Prozessen freigesprochen.
Die Student:innenproteste weiteten sich nach Ohnesorg's Tod über die Republik aus. Sie thematisierten strukturelle Kontinuitäten aus der NS-Zeit, kritisierten die Presse, den US-Imperialismus in Vietnam und die Politik der Großen Koalition. Heute gilt der Mord als Initialzündung der 68er-Bewegung in der BRD.
