In Südkorea hat der Oppositionskandidat Lee Jae-myung die Wahl zum Präsidenten gewonnen. Damit könnte eine monatelange Staatskrise zu Ende gehen. Anfang Dezember hatte der mittlerweile abgesetzte Präsident Yoon Suk Yeol das Kriegsrecht verhängt und erklärt, innerhalb von 10 Tagen "anti-staatliche Kräfte auszurotten". Vorausgegangen war ein monatelanger Haushaltsstreit mit dem Parlament, in dem Yoon keine Mehrheit hinter sich hatte.
Lee kann sich auf eine absolute Mehrheit seiner "Gemeinsamen Demokratischen Partei" stützen. Politisch steht diese für sozialliberale Positionen. Im Wahlkampf hatte Lee aber auch angekündigt, einen Ausgleich zwischen China und den USA schaffen zu wollen und auch im Umgang mit Nordkorea eine stärkere eigene Position herauszubilden. Ob dies angesichts der steigenden Spannungen zwischen USA und China in der Region möglich sein wird, ist zu bezweifeln.
Gegen Lee laufen mehrere Verfahren wegen Korruption und Verstößen gegen das Wahlgesetz.
