Nach dem Versuch, eine 10-Jährige direkt aus ihrer Schule abzuschieben, gibt es massive Kritik an den sächsischen Behörden. Das Mädchen war Anfang Mai von Polizist:innen vor den Augen ihrer Mitschüler:innen unter Tränen aus dem Sportunterricht abgeführt worden. Die Abschiebung der syrischen Familie nach Bulgarien erfolgte letztendlich allerdings doch nicht.
Die Bildungsgewerkschaft GEW sprach von einem "unmenschlichen Vorgang", der gegen die Grundrechte von Kindern und die Werte der Gesellschaft verstoße.
Derweil führt die neue Regierung aus SPD und Union ihre Abschottungspolitik weiter. Der neue Innenminister Dobrindt (CSU) legte gestern einen Gesetzentwurf vor, der den Familiennachzug für einen Großteil der Geflüchteten in Deutschland für zwei Jahre aussetzen soll. Dieser soll morgen von der Regierung beschlossen werden, anschließend muss noch der Bundestag zustimmen. Die Kirchen nannten den Plan "ethisch fragwürdig".
