Heute vor 80 Jahren wurde das KZ-Dachau durch die US-Armee befreit. Die Häftlinge bekamen schon in den Wochen davor mit, dass sich etwas anbahnte. „Hier treffen täglich noch Gruppen von Außenkommandos ein. – Auf den meisten Blocks liegen jetzt durchschnittlich 2000 Mann.” schrieb später der KZ-Überlebende Edgar Kupfer-Koberwitz.
In der Ferne war Artilleriefeuer zu hören, über dem Lager immer wieder Tiefflieger. Adam Kozlowiecki erinnerte sich: „Der Typhus, der Hunger, die Evakuierung und vor allem die Möglichkeit, uns noch im letzten Augenblick zu ‘liquidieren’ – das sind Gefahren, die wie Damoklesschwerter über unseren Köpfen hingen."
Am Morgen des 29. April wird das Lager schließlich befreit. Edgar Kupfer-Koberwitz beschrieb den Moment der Befreiung: „Kameraden kommen zu mir ans Bett, Franzosen, Russen, Juden, Italiener […] Mancher hat Tränen in den Augen. – Wir drücken uns die Hände: 'Frei, frei!' – Fast niemand liegt mehr in den Betten, […] alles steht, geht, küsst sich.“
