In Frankreich sind gestern über 300.000 Menschen gegen die Ernennung von Michel Barnier (externer Link) zum neuen Premierminister auf die Straße gegangen. Allein in Paris forderten 160.000 Protestierende den Rücktritt von Barnier und Staatspräsident Macron. Letzterem werfen knapp dreiviertel alle Befragten einer Umfrage vor, das Wahlergebnis ignoriert (externer Link) zu haben.
Bei der Ernennung des Premierministers hat der französische Präsident freie Wahl. Barnier erzielte im Juli zwar nur 6 % der Stimmen, teilt aber den neoliberalen Kurs Macrons. Für das Linksbündnis ist eine Zusammenarbeit daher ausgeschlossen, mit dem Front National besteht in der harten Linie gegen Migration eine Schnittmenge. Das Vertrauen einer der beiden Lager muss sich Barnier sichern, um das Amt zu halten.
Zu den Protesten hatten neben Gewerkschaften und Studierendenverbände das Linksbündnis aufgerufen, welches die Wahl im Juli gewonnen hatte. Schon jetzt kursieren Ankündigungen für Streikwellen ab Oktober.

