Von JugendInfo, Perspektive Online und DRUCK
Wir verurteilen das Vorgehen der türkischen Behörden gegen die festgenommenen Journalistinnen von Perspektive Online, JugendInfo und DRUCK aufs Schärfste.
Die Festnahme von vier Journalistinnen in Nordkurdistan / Südost Türkei, ihr anschließender Abtransport nach Istanbul sowie der zeitweise vollständige Abbruch des Kontakts stellen einen gravierenden Eingriff in die Pressefreiheit dar. Den Betroffenen wurde seit Beginn des Gewahrsams der Zugang zu ihren Anwältinnen und Anwälten erheblich erschwert. Wie wir mittlerweile erfahren haben, wurde Folter und sexualisierte Gewalt gegen die Journalistinnen angewendet. Wir sind erleichtert, dass alle vier Journalistinnen inzwischen wieder in Deutschland angekommen sind.
Zugleich sehen wir in diesem Vorgehen einen strukturellen Versuch, Medienschaffende insbesondere in der Berichterstattung zur kurdischen Frage einzuschüchtern und einzuschränken.
Die Journalistinnen haben im Rahmen ihrer beruflichen und politischen Tätigkeit Proteste sowie die politische Lage im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien journalistisch begleitet und darüber berichtet.Die Festnahme begreifen wir als Einschüchterungsversuch im Kontext der Verfolgung oppositioneller Medien und der aktuellen Verhaftungen Oppositioneller durch die Erdoğan-Regierung. Die Türkei befindet sich auf der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 159 von 180.
Die Einschüchterung und Repression von Journalist*innen muss beendet werden. In einer demokratischen Gesellschaft muss die Presse frei handeln können und darf auch in politisch angespannten Zeiten nicht außer Kraft gesetzt werden.
JugendInfo
Perspektive Online
DRUCK