In der Türkei ist das unabhängige Nachrichtenportal T24 gesperrt (externer Link) worden. Als offiziellen Grund führt das Justizministerium die Verbreitung von „LGBT-Propaganda“ an. Die Sperrung erfolgt zwei Wochen nach einer landesweiten Razzia gegen LGBT-Institutionen im Rahmen der Kampagne „Meine Familie ist sicher“.
Im Gerichtsbeschluss wird auf 118 Artikel verwiesen, die „innerhalb des vergangenen Jahres auf T24 publiziert wurden und darauf abzielen, die türkische Familienordnung zu stören“. Unter den Artikeln seien solche, in denen zufällig das Wort „Regenbogen“ vorkomme, so eine Mitarbeiterin von T24.
Der Verweis auf LGBT-Propaganda ist vermutlich nur ein Vorwand, um gegen regierungskritische Medien vorzugehen. Zuletzt berichtete T24 über den aktuellen Börsenmanipulationsskandal (externer Link), in den auch hochrangige AKP-Politiker verwickelt sind, sowie über den sogenannten IBB-Prozess, in dem gegen türkische Oppositionspolitiker vorgegangen (externer Link) wird.

