Am Mittwochmorgen wurde der 51-jährige NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben aus der Haft entlassen. Gegen ihn wurde nach der Verbüßung der Haftstrafe sogenannte Führungsaufsicht verhängt. Noch im Gefängnis pflegte er postalisch und finanziell Kontakte in die Neonazi-Szene und erhielt im Gegenzug Solidarität, ob online oder im Gerichtssaal.
Als Mitglieder des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) untertauchten, war er die telefonische Kontaktperson, die auch die finanzielle Unterstützung regelte. Im Jahr 2000 verschaffte er dem NSU die Pistole, mit der der NSU schließlich neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordete.
Obwohl der ehemalige NPD-Funktionär beim Verfassungsschutz bekannt war und sein Name schon früh auf einer Unterstützerliste des NSU gefunden wurde, ermittelte die Polizei erst im Umfeld der Opfer (externer Link). 2010 wurde er festgenommen und zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, wovon er die meiste Zeit schon in U‑Haft absaß.
