Medienkritik: Die Lüge vom Präventivschlag

„Israel startet einen Präventivschlag gegen den Iran“: Das klingt nach Notwehr, nach dem Zuvorkommen eines unmittelbar drohenden Angriffs.

Eine bewusste Falschdarstellung: Wenige Stunden vor den ersten Raketenschlägen auf Teheran hatte die iranische Führung den US-Forderungen der Atomgespräche zugestimmt.

Militärisch betrachtet folgt auf einen Angriff fast zwangsläufig ein Gegenschlag. Schon der 12-Tage-Krieg im Vorjahr begann mit einem als „präventiv“ etikettierten Angriff Israels.

Zahlreiche Medien haben diese Darstellung aus Israel und den USA unkritisch übernommen. Zum Beispiel in Form eines Statements, in dem Friedrich Merz, Emmanuel Macron und Keir Starmer von „willkürlichen Gegenschlägen“ sprechen.

Donald Trump und Benjamin Netanjahu inszenieren sich zeitgleich dazu als Friedensbringer für das iranische Volk. Getötete Zivilisten im Iran beleiben für diese Medien eher eine Randnotiz.