Am Freitag erstach in Ingolstadt ein türkischer Mann seine Ex-Partnerin (externer Link). Daraufhin entbrannte in den Medien eine Debatte um die Nennung der Nationalität des mutmaßlichen Täters durch die Polizei. In einem offenen Brief (externer Link) kritisiert nun eine Gruppe von Ingolstädterinnen mit türkischen Wurzeln diese Debatte als Verschiebung des Problems.
Die Diskussion habe sich von der Tat und ihren systematischen Ursachen entfernt. Die Nennung der Nationalität des Täters diene der Transparenz, allerdings lenke die aktuelle Debatte von den Ursachen und den Folgen von Gewalt an Frauen ab.
„Femizide haben keine Nationalität, aber sie haben Ursachen. Ihre offene Benennung ist kein Angriff auf eine Community, sondern Voraussetzung, um Frauen effektiv zu schützen. […] Die getötete Frau hatte mehrfach Hilfe gesucht. Es gab Anzeigen, Verurteilungen, Kontaktverbote. All das hat sie am Ende nicht geschützt. Darüber muss gesprochen werden."
