Am 16. März 1988 verübte der Irak unter Saddam Hussein ein genozidales Massaker in der Stadt Halabja in Südkurdistan, bei dem über 5000 Menschen innerhalb kürzester Zeit getötet wurden.
Dabei setzte das irakische Militär im Zuge der sogenannten „Anfal-Operation“ Senfgas und weitere Nervengase gegen die kurdische Bevölkerung ein. Ziel war es, die Autonomiebestrebungen der Kurden zu unterbinden. Die Opfer waren fast ausschließlich Zivilist:innen. Es ist bis heute der wohl größte Einsatz von chemischen Waffen seit dem Ersten Weltkrieg.
Der Angriff erfolgte im Kontext des Iran-Irak-Krieges. Hussein wurde zu diesem Zeitpunkt von den USA mit Waffen, Geheimdienstinformationen und Vorprodukten zur Herstellung von chemischen Waffen unterstützt. Auch deutsche Firmen waren maßgeblich an der Produktion der chemischen Waffen beteiligt. Etwa 60% des irakischen Giftgases wurden mit deutscher Technik hergestellt.
Bis heute leiden Überlebende an den Spätfolgen und wurden nicht entschädigt.

