Aufgrund der chaotischen innenpolitischen Lage haben Kenia, Bahamas, Jamaika sowie Anitgua und Barbuda unter der Führung der USA angekündigt, Polizeibeamte nach Haiti zu entsenden. Die aktuelle Situation auf Haiti ist gekennzeichnet von Bandengewalt, Treibstoffmangel sowie einer Cholera-Epidemie. Der amtierende Ministerpräsident und Präsident, Ariel Henry, kam im Jahr 2021 ohne Wahl an die Macht, nachdem der Präsident Jovenel Moïse von unbekannter Seite ermordet wurde.
Eine Intervention auf Haiti wird vor allem von den USA befürwortet. Diese scheiterten aber bisher im UN-Sicherheitsrat daran, ein Mandat zu erlangen. In der Bevölkerung besteht eine breite Ablehnung der Intervention. Dies liegt vor allem an der UN-Mission von 2004-2017, die u.a. mit sexualisierter Gewalt und Repression gegen Demonstrierende einherging und daher als Besatzung empfunden wurde. Die Befürwortung einer Intervention im Oktober 2022 durch Henry hat zu großen Protesten geführt.

