Am 16. September 2022 starb die 22-jährige Kurdin Jina Amini in der iranischen Hauptstadt Teheran. Zuvor war sie von der sogenannten Sittenpolizei festgenommen und schwer misshandelt worden.
Schon am Tag ihrer Festnahme gab es erste Proteste, die sich mit dem Bekanntwerden des Todes von Jina zur größten Revolte seit der islamischen Revolution 1979 ausbreiteten. Unter dem Motto Jin Jîyan Azadî (Frau Leben Freiheit) kam es zunächst im kurdischen Teil, dann im ganzen Iran zu Protesten gegen das Islamische Regime.
Während der Proteste wurden über 500 Menschen getötet, die Verhaftungen gingen in die Tausende. Bis heute werden Todesstrafen wegen der Proteste verhängt und vollzogen.
Große Demonstrationen werden zum Jahrestag nicht erwartet. Wie schon letztes Jahr verstärkte die iranische Polizei ihre Repression vor dem Jahrestag. Erst gestern wurde in der Geburtsstadt von Jina, Saqqiz, scharf auf eine Demonstration gegen eine Goldmine geschossen. Dabei wurde ein Demonstrant getötet.
