Heute jährt sich die Nakba (dt.: Katastrophe) zum 77. Mal. Im Zuge der Staatsgründung Israels 1948 wurden über 750.000 Palästinenser:innen aus ihrer Heimat vertrieben. Mehr als 500 Dörfer und zahlreiche Städte wurden zerstört oder entvölkert. Viele der Vertriebenen leben bis heute im Libanon, Syrien, Jordanien oder besetzten palästinensischen Gebieten und können nicht zurückkehren.
Nach dem Rückzug Großbritanniens aus dem Mandatsgebiet Palästina verabschiedete die UN einen Teilungsplan, der die jüdische Bevölkerung mit einem Großteil des Landes begünstigte. Die Nakba gilt seither als Gründungsverbrechen, das bis heute nicht aufgearbeitet wurde. 1998 rief der damalige PLO-Vorsitzende Jassir Arafat den 15. Mai offiziell als Gedenktag aus.
Die Nakba gilt nicht als abgeschlossen: Die andauernde Besatzung, Enteignung und die Ausdehnung israelischer Siedlungen zeigen dies. Zuletzt kündigte Netanjahu die "Umsiedlung" der Bevölkerung als offizielles Kriegsziel an.
